Digitalisierung in der Instandhaltung: Deutlich weiter als gedacht

Seit einigen Jahren beschäftigt YNCORIS das Thema Digitalisierung. Viele Projekte sind bereits angestoßen oder sogar schon im Einsatz. Trotzdem wünscht sich der eine oder andere ein höheres Tempo bei der Umsetzung. Auch in der Instandhaltung sahen sich die Kolleg*innen bisher nicht als Vorreiter. Doch das stimmt so nicht ganz, wie ein Besuch von Führungsnachwuchs aus anderen Unternehmen in der Instandhaltung von YNCORIS zeigte.

ERSTER PRAXISTAG IM CHEMIEPARK EIN VOLLER ERFOLG
Wer sich im Instandhaltungsmanagement weiterbilden möchte, kommt in Deutschland nicht an einem Seminar von Prof. Hubert Biedermann vorbei. Auch viele Führungskräfte aus dem Bereich AST von YNCORIS haben dieses Seminar bereits besucht. Teil dieser Fortbildung sind immer auch zwei Praxistage bei einem Unternehmen. In diesem Jahr besuchten die Teilnehmer zum ersten Mal YNCORIS.

DIGITALE LÖSUNGEN HAUTNAH PRÄSENTIERT
„Uns war wichtig, begeisternd zu vermitteln, dass wir für Instandhaltung stehen“, sagt Kai Kremser, der das Seminar im vergangenen Jahr durchlaufen hat. „Gleichzeitig wollten wir Anfang März bei hohen Inzidenzen nicht 21 Besucher durch die Werkstätten führen, während unsere Kolleg*innen anwesend waren.“ Um das abstrakte Thema Digitalisierung trotzdem anfassbar zu machen, sprachen Kremser und Sven Meurer den Kollegen Marius Walzog aus der IT an. Gemeinsam entwickelten sie verschiedene Programmpunkte, in denen die Teilnehmer die Digitalisierung in der Instandhaltung ganz praktisch erfahren konnten. Tatkräftige Unterstützung erhielten sie dabei von Kolleg*innen aus den unterschiedlichsten Bereichen.

KLEIN, SMART UND ERFOLGREICH
Unter anderem wurde Biedermann mit einem Tracker ausgestattet, um seine Bewegungen im Chemiepark zu verfolgen. „Damit konnten wir zeigen, dass es nicht immer die große, allumfassende Lösung sein muss, sondern dass sich kleine, smarte Lösungen schnell und erfolgreich umsetzen lassen, wenn sie zum Unternehmen und der Systemlandschaft passen“, sagt Walzog. Um Schwingungsmessungen zu demonstrieren, stattete das Team die Teilnehmer mit Tablets aus. Sie konnten so in der Pumpenwerkstatt nach Arbeitsende live verfolgen, welche Schwingungen eine Pumpe erzeugt und dadurch deren Fahrweise und Zustand analysieren. Dazu war die Pumpe mit Sensoren ausgestattet, die die Datenaufnahmen und an die YNCORIS Industrial Cloud weiterleiteten. Auch beim Asset Tracking hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, wie ein YNCORIS-Mitarbeiter am Tablet zu verfolgen, wo sich verschiedene Aggregate innerhalb der Instandhaltungswerkstätten befanden. Am Beispiel eines Portalkrans erlebten sie die Möglichkeiten mobiler Instandhaltung, in der Prozessanalysetechnik erfuhren sie über das Video Wiki, wie sie eine PH Sonde kalibrieren. „Wir haben gemerkt, dass viele uns zunächst nur als Dienst leister zur Abdeckung von Spitzenlasten wahrgenommen haben“, sagt Meurer. „Im Laufe des Tages wurde ihnen bewusst, was für ein umfassendes Lösungsportfolio wir anbieten.“

IT UND INSTANDHALTUNG MIT GLEICHEM ZIEL
Ein solches Programm war nur möglich, weil alle Beteiligten an einem Strang zogen. „Wir wollen zusammen mehr erreichen – und das geht nur, wenn IT und Fachbereich ein Verständnis füreinander aufbauen und eng zusammenarbeiten“, findet Walzog. „Denn die IT kann nur dann integraler Bestandteil einer Lösung sein, wenn sie auch einen echten Mehrwert in der täglichen Arbeit der Instandhaltung bietet. Und hier sind wir schon weit gekommen.“
Die Begeisterung der Organisatoren färbte auch auf die Teilnehmer ab. So sprach Biedermann von einem neuen Benchmark für die Praxistage. Auch die anderen Besucher äußerten sich durchweg positiv. „Das Feedback der Gäste aus den Konzernen hat uns gezeigt, dass diese Unternehmen bei der Digitalisierung vor ähnlichen Problemen wie wir stehen, aber auch, wie schnell wir solche Herausforderungen durch unsere flexibleren Strukturen angehen können“, so Kremser. „Wir sind einerseits klein genug, um Ideen schnell umzusetzen, und groß genug, um auch einmal etwas ausprobieren zu können.“
Auch die Vorbereitung des Praxistages hat den Beteiligten viel Spaß gemacht, obwohl die Organisation parallel zum Tagesgeschäft alle sehr forderte. Meurer: „Für mich war das einer der schönsten Arbeitstage, weil mir die Reaktionen der Teilnehmer zeigten, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Ich weiß, unsere Ideen und Anstrengungen zahlen sich aus.“