Der frühe Morgen Anfang März zeigt sich von seiner besten Seite. Strahlend blauer Himmel, noch etwas frisch, aber der Frühling lässt schon grüßen. Im Werksteil Hürth steht Burak Özbolat in der Küche der Prüftechnik, um sich einen Kaffee zu ziehen, bevor der neue Arbeitstag beginnt. Der 19-Jährige ist im dritten Ausbildungsjahr zum Elektroniker für Automatisierungstechnik.

Die Tasse in der Hand erzählt er: „Zum Ausbildungsbeginn hatten alle Azubis die Gelegenheit, in unterschiedliche Bereiche bei YNCORIS hineinzuschnuppern. Mir war schnell klar, dass ich in die Prüftechnik will. Hier habe ich ein Arbeitsfeld gefunden, wie ich es gesucht habe.“ Burak schätzt die abwechslungsreichen Aufgaben und dass er einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit der Anlagen leistet. Ebenso entscheidend: Er mag das Team und die Gemeinschaft, die er hier erlebt. Während der Ausbildung lernt er die Aufgaben des Bereichs kennen, also elektronische Sicherheit, PLT-Schutzeinrichtungen und Explosionsschutz. Konkret umfasst das ein ziemlich großes Spektrum an Tätigkeiten, von Regalinspektionen und Schlauchprüfungen über die Überprüfung und Wartung von Batterien- und USV-Anlagen bis zu ortsveränderlichen und ortsfesten Arbeitsmitteln, elektrischen Anlagen, Sicherheits- und Messeinrichtungen und, und, und. „Das erste Mal, als ich in der Prüftechnik war, wurde mir klar, dass ich hier Verantwortung trage“, sagt er.

Im Arbeitsalltag ist Burak immer mit einem Kollegen unterwegs. Heute ist das Markus Mertins, der vor 34 Jahren selbst im Chemiepark seine Ausbildung gemacht hat. Dann und wann sei es auch hilfreich „einen alten Fuchs“ – Zitat Markus – an der Seite zu wissen. Der Umgang ist entspannt, freundlich und offen. Fragen und Ideen sind erwünscht, Fehler erlaubt. „Schließlich soll Burak lernen und das geht nun mal so“, sagt Markus.

Am Morgen starten die beiden Männer pünktlich um 6:45 Uhr im Büro. Manche Aufgaben sind planbar, wie die wiederkehrenden Prüfungen von Gebäuden. Dazu kommen dann akute Anfragen, etwa wenn es eine Störung gibt. Dann geht’s los in den Chemiepark. Burak ist überwiegend in Knapsack im Einsatz, unterstützte aber auch schon das Team in Dormagen. „Ein gewisses Maß an Flexibilität ist gefragt. Der Vorteil ist, ich komme rum, habe mit vielen verschiedenen Menschen zu tun und lerne immer wieder Neues kennen“, sagt der Azubi. Im Sommer steht seine Abschlussprüfung an, um sechs Monate verkürzt. Gleichzeitig will er auch sein Fachabitur machen. Immer wenn er Blockunterricht im Rhein-Erft Berufskolleg hat, hängt er an drei von fünf Tagen für diesen Abschluss nach der Berufsschule zwei Unterrichtsstunden dran. Die Monate, die er durch die vorgezogene Prüfung gewinnt, wird Burak in der Prüftechnik nutzen: „Die Prüftechnik ist ein weites Feld. Es kommen auch immer wieder neue Techniken dazu.“, erklärt er. „Früher dachte ich, vor allem die Praxis liegt mir. Ich habe aber gemerkt, dass mir die Kopfarbeit echt gefällt.“ Er kann sich gut vorstellen, später auch eine Weiterbildung zu beginnen. Die Ausbildung habe ihn verändert, er sei selbstständiger und erwachsener geworden. „Und Arbeitssicherheit denke ich jetzt auch schon zu Hause mit“, bemerkt er und grinst.

Vor Feierabend bewerten Burak und Markus die Prüfungen am Tag. Sind Fehler passiert und warum? Können sie wieder passieren? Wie können wir aus Fehlern lernen? Zum Ende sagt der Azubi: „Ich bin nicht mehr ganz Küken und noch nicht ganz ausgewachsen. In der Prüftechnik fühle ich mich als Teil des Teams akzeptiert.“ Markus ergänzt: „Um im Bild zu bleiben: Burak streckt schon die Flügel. Er wird flügge.“

Anschließend steigt Burak ins Auto und fährt Richtung Köln-Rodenkirchen nach Hause. Jetzt hat er Freizeit, um Sport zu treiben oder mit Freunden unterwegs zu sein. Oder er schraubt gemeinsam mit seinem Vater an alten Autos.

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