WER IST DIE JAV?
Sie stehen am Anfang ihres Berufswegs – mit vielen Fragen, neuen Eindrücken und manchmal auch Unsicherheiten. Gut zu wissen, dass es jemanden gibt, der sich für die jungen Mitarbeiter*innen einsetzt: die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV). Seit vielen Jahren machen sich engagierte junge Kolleginnen und Kollegen im Chemiepark Knapsack dafür stark, dass Auszubildende, dual Studierende und jugendliche Mitarbeiter*innen gut begleitet werden, faire Bedingungen haben – und vor allem Gehör finden.
WARUM IST DIE JAV WICHTIG?
Zwei Jahre lang sind JAV-Mitglieder im Amt. In dieser Zeit sind sie direkte Ansprechpersonen für Fragen rund um Ausbildung, Arbeitsbedingungen oder Übernahme. Sie hören zu, vermitteln und machen sich für die Interessen der Nachwuchskräfte stark – bei Ausbildern und Ausbilderinnen, im Betriebsrat und im direkten Austausch mit den Unternehmen im Chemiepark.
WAS MACHT DIE JAV EIGENTLICH?
Diese Frage hören die Mitglieder häufiger. „Viele Azubis wissen zunächst gar nicht, dass es überhaupt eine eigene Vertretung für sie gibt. Manchmal ist es auch nicht leicht, andere zu motivieren, sich aktiv einzubringen“, so Lina Maschleid, Auszubildende zur Industriemechanikerin. Deshalb ist eines der wichtigsten Ziele der aktuellen JAV: sichtbarer werden, Vertrauen aufbauen und die Beteiligung stärken. Dazu gehören Versammlungen, Umfragen und viele Gespräche auf Augenhöhe. Besonders im Fokus: ein gutes Miteinander im Betrieb – unabhängig von Alter, Herkunft oder Ausbildungsgang. Die Arbeit ist manchmal herausfordernd. Der Informationsfluss zwischen allen Beteiligten kann holprig sein, das Vermitteln zwischen Unternehmensinteressen und individuellen Anliegen verlangt Fingerspitzengefühl – und nicht jede*r traut sich, offen über Probleme zu sprechen. Maximilian Spürck, Fachinformatiker Systemintegration, ist sich daher sicher: „Genau deshalb ist die JAV so wichtig. Sie schafft Raum für ehrliche Gespräche, stärkt Rechte und sorgt dafür, dass Ausbildung mehr ist als nur Theorie und Praxis – nämlich ein guter Start ins Berufsleben.“ Schon früh war auch für Leonie Schwarz, Auszubildende zur Industriekauffrau, klar, dass einfach nur zuschauen nicht ihr Ding ist. Sie wollte mitreden, mitgestalten – und vor allem für andere da sein. „Oft spricht niemand über Probleme, weil das Vertrauen fehlt“, sagt sie. „Ich wollte das ändern.“ Als offene, kommunikative Person fiel ihr der Einstieg leicht. Ihr Ziel: Vertrauen aufbauen und laut sein für die, die es nicht können oder sich nicht trauen.
DER WECKRUF
Schon ganz am Anfang ihrer JAV-Zeit wurde ihr bewusst: Es braucht mehr Sichtbarkeit. Bei einem der ersten Azubi-Treffen stellte sich die JAV vor und fragte, ob Interesse an einem gemeinsamen Essen nach Feierabend bestehe. Von rund 90 Auszubildenden stimmten tatsächlich nur zwei mit Ja. „Da war für mich klar: Man erreicht die Leute nicht. Wir müssen Präsenz zeigen, neue Wege gehen, mehr Nähe aufbauen. Ich will frischen Wind reinbringen“, erinnert sich Schwarz.
WENN ES PERSÖNLICH WIRD
Besonders deutlich wurde für sie die Bedeutung der JAV in einem Moment, der sie selbst betraf. In einer neuen Abteilung fühlte sie sich unwohl, nicht richtig behandelt – eine Situation, in die jede*r kommen kann. „Ich war froh, dass ich meine JAVis hatte“, erinnert sie sich. „Mit jemandem reden zu können, der zuhört, versteht, hilft – das hat mir gezeigt, wie wichtig unsere Arbeit ist.“
LERNEN DURCH NEUE HERAUSFORDERUNGEN
Nicht jede Situation in der JAV ist einfach. Besonders Konflikte im Team erfordern viel Feingefühl. Die Vertreter*innen der JAV haben gelernt, wie wichtig Zuhören ist – und wie man auch in schwierigen Momenten einen kühlen Kopf bewahrt. „Mit Geduld und klarer Kommunikation haben wir bisher immer Kompromisse gefunden, mit denen wir alle zufrieden waren“, so Michael Hahn, Auszubildender zum Fachinformatiker Systemintegration. „Wir haben hier mit Dingen zu tun, die man im Klassenzimmer nie so lernt, wie Verhandeln, Verantwortung übernehmen, mit allen Menschen reden – vom Azubi bis zur Geschäftsleitung. Das gibt’s in keinem Lehrbuch und das macht die Arbeit so spannend.“
GEMEINSAM STARK
Im JAV-Team schätzt Robin Wunsch, Mitarbeiter für Schutz und Sicherheit, vor allem die Vielfalt. „Wir sind alle recht unterschiedlich, aber genau das macht uns auch stark. Offenheit, gegenseitige Unterstützung und Ehrlichkeit prägen den Umgang miteinander – auch wenn mal unterschiedliche Meinungen aufeinandertreffen."
UND WAS KOMMT NOCH?
Für die nächsten Azubi-Jahrgänge setzt das Team auf mehr Selbstbewusstsein, Zusammenarbeit und Präsenz. Auch wenn vieles schon richtig gut läuft, soll der Nachwuchs seine Stimme nutzen und wissen, dass er gehört wird.




