„So, jetzt bin ich da.“ „Okay. Super. Meine Frage wäre, was ich beachten muss, bevor ich diese CNC-Maschine in Betrieb nehme.“ „Okay, da gibt’s 'ne ganze Reihe an Sachen, die wir beachten müssen. Am besten schreibst du dir das sofort mal auf. Hast du was dabei? (…)“
Eine Alltagsszene zwischen Azubi und Ausbilder? Gewissermaßen. Das Zitat ist aus einem Video der Reihe „Metall SMART Lernen“ des Verlags Westermann Berufliche Bildung. Drehort Metallwerkstatt Rhein-Erft Akademie. An zwei Tagen wurden dort 20 Lehrvideos aufgenommen. Eine Handvoll Menschen waren am Set für Kamera, Ton und Producing. Und vor der Kamera standen die Azubis Lina Machleid, Angelina Franz und Thomas Neu, alle YNCORIS, sowie René Trimborn, der seine Ausbildung bei Peter Greven absolvierte. Außerdem mit dabei die beiden Ausbilder der Rhein-Erft Akademie, Jan Schneider und Nicola Gioia.
Take eins – wie es dazu kam
Bereits in der Vergangenheit hatte es schon einmal eine Zusammenarbeit der Rhein-Erft Akademie mit dem Westermann Verlag Berufliche Bildung gegeben. Als dieser nun erneut eine Kooperation vorschlug, nämlich gemeinsam Lehrvideos in der Metallwerkstatt zu drehen, war Schneider, Teamleiter Metalltechnik, gerne dazu bereit. „Unsere einzige Bedingung war, dass wir keine steifen und realitätsfernen Dialoge wollten. Da waren wir uns aber zum Glück mit Westermann einig“, sagt er.
Im nächsten Schritt ging Schneider auf Azubis zu. Machleid, 19 Jahre und angehende Industriemechanikerin im dritten Lehrjahr, erinnert sich: „Er hat mich angesprochen, ob ich mitmachen möchte und ich hab spontan zugesagt.“ Ihre Kollegin Angelina Franz aus dem zweiten Lehrjahr ergänzt: „Wir engagieren uns beide in unserer Ausbildung und standen auch schon mal vor der Kamera. Klar wollten wir dabei sein.“
Ablaufplan
Die Dreharbeiten waren für ein Wochenende, Freitag, Samstag, Ende Januar angesetzt. Angedacht war, jedes Video nach 40 Minuten im Kasten zu haben. „Wir waren ziemlich schnell aus dem Zeitplan“, erinnert sich Gioia. Die Lehrvideos erklären Lernsituationen für das Tabellen- und Fachkunde-Buch sowie das Arbeitsheft aus dem Verlag Westermann Berufliche Bildung. Manche Szenen waren sofort perfekt, andere mussten zehn, manchmal sogar 15 Mal gedreht werden. „Alle mussten sich erst mal in die Situation einfinden“, erklärt Schneider und Franz erzählt: „Mit der Zeit konnte man die anderen ausblenden, beziehungsweise, wer gerade nicht vor der Kamera stand, hat sich verzogen, um nicht zu stören.“ Gründe, um aus dem Takt zu kommen, gab es dennoch genug: ein verpatzter Einsatz, ein Bauteil, das scheppernd zu Boden fällt, die gluckernde Heizung oder der Schreckensruf des Tontechnikers, der nicht mit der Geräuschkulisse beim Entgraten des Werkstücks rechnet.
Abspann
Seit Anfang Mai sind die Videos online. Machleid und Franz sehen die Aufnahmen gemeinsam mit den Ausbildern zum ersten Mal. Neu und Trimborn haben inzwischen ihre Ausbildung erfolgreich beendet und sind nicht beim Termin dabei. Ein spannender Moment, sich selbst im Film zu erleben. „Es war anstrengend, aber auch toll, die Szenen so zu gestalten, wie sie in unserem Alltag stattfinden könnten. Wir alle hatten Spaß“, fasst Machleid zusammen. Beim nächsten Mal wieder dabei? „Aber klar.“

„Wir wollten Texte, die möglichst natürlich und realistisch rüberkommen. Natürlich gab es ein Skript zum Dreh, aber wir hatten grünes Licht, es zu variieren und eigene Ideen einzubringen.“
Angelina Franz, Industriemechanikerin zweites Lehrjahr YNCORIS

„Es ist uns immer eine Freude, wenn sich unsere Azubis engagieren. Die Mitarbeit an den Lehrfilmen ist ein Mehrwert für die Jugendlichen selbst. Für YNCORIS liegt er darüber hinaus in der Sichtbarmachung unseres Unternehmens und unserer Ausbildung.“
Dirk Borkenhagen, Ausbildungsleiter YNCORIS