Natürlich fallen bei erfolgreicher Zusammenarbeit Kompetenz, Expertise, eine fachgerechte Ausführung und die Einhaltung des Zeitplans ins Gewicht. Doch gilt ebenso: Bei der Zusammenarbeit ist es wie in der Freundschaft. Sie ist gut und von Dauer, wenn Menschen offen miteinander kommunizieren, die Belange des anderen im Blick behalten und alle Beteiligten sich aufeinander verlassen können. Daraus entstehen häufig langfristige Bindungen und weitere gemeinsame Projekte. Die Sanierung von Tank 33 und Tank 34 am Flughafen Köln/Bonn ist dafür ein Beispiel.
Türen öffnen
Andreas Grabe, Betriebsleiter bei AFS erzählt: „Als Anfang 2025 klar war, dass wir Tanks sanieren müssen, stand ich zunächst mit zwei Anbietern in Kontakt, darunter YNCORIS.“ Sein Ansprechpartner dort war Torsten Wolf aus dem Stillstands- und Baumanagement. Korrosionsschutz ist der Bereich, in dem er Fachmann ist, und schon viele Erfahrungen gesammelt hat. „Mein Kollege Frank Faltin und ich waren beeindruckt von seiner Expertise und seinem Engagement. Torsten konnte da punkten. Beim Angebot lag YNCORIS auch vorne“, erinnert sich Grabe. „Im Sommer vergangenen Jahres stimmten unsere Gesellschafter der Auftragserteilung an YNCORIS zu und damit waren wir ein Team.“
Erfolge und Herausforderungen teilen
Jedes Projekt hat seine Besonderheiten. Bei der Sanierung der Tanks waren es die speziellen Sicherheitsvorgaben, die sich aus dem Arbeitsplatz im Sicherheitsbereich des Flughafens ergaben. Außerdem das strikt umrissene Zeitfenster, in dem die Arbeiten stattfinden konnten. Mit der Umstellung auf den Winterflugplan im November fiel der Startschuss und mit dessen Ende im März mussten beide Tanks mit einem jeweiligen Fassungsvermögen von 3.000 m3 wieder voll einsatzfähig sein, um die Betankung der Flieger gewährleisten zu können.
„Für die Vorbereitung unseres Einsatzes mussten alle, die dort arbeiten würden, eine Zuverlässigkeitsüberprüfung vorweisen. Im August richteten Dirk Lilje, ebenfalls Stillstands- und Baumanagement und zuständig für das Außengeschäft, und ich einen Teams-Kanal ein, über den wir das Ausweismanagement abwickelten“, erklärt Wolf. „Auch unseren Terminplan hielten wir so nach und bildeten auf diese Weise ebenfalls den Bereich Gefährdungsbeurteilungen ab.“ Das hat Kommunikation und Abstimmung vereinfacht und allen viel Zeit gespart. Ziel war es, den täglichen Ablauf bei AFS so wenig wie möglich zu belasten.
Für den Gerüstbau stellten sich weitere Herausforderungen, wie beispielsweise die Materialanlieferung des Gerüsts, die komplett vom Sicherheitspersonal des Flughafens begleitet werden musste. Die Höhe des Gerüsts durfte 21 Meter nicht überschreiten, um den Flugverkehr nicht zu stören, und auch ein spezieller Kran wurde benötigt, um das Radar nicht zu beeinträchtigen. „Ein 3D-Scan der Anlage im Vorfeld gab uns Gewissheit, dass alles passte, und ersparte ebenfalls Zeit“, sagt Wolf. Für das Gewerk Korrosionsschutz ergaben sich durch den Winter Unwägbarkeiten, da Lacke bei zu niedrigen Temperaturen dickflüssig werden und langsamer trocknen. Hier unterstützte AFS mit dem Betanken von Heizgeräten, um die nötige Temperatur zu halten. „Wir haben für alles gemeinsam eine Lösung gefunden“, resümieren Wolf und Grabe.
Einen FROSIO Beschichtungsexperten zog Wolf als externen Prüfer hinzu. FROSIO ist eine Organisation zur Qualitätssicherung im Korrosionsschutz und in der Oberflächenbehandlung. Das einzige zertifizierungsfähige System für Korrosionsschutzunternehmen kommt von dort. Diese unabhängige Schnittstelle war ein Gewinn für YNCORIS und AFS, gab es doch beiden die Sicherheit, dass die Arbeiten nach höchsten Qualitätsansprüchen finalisiert wurden.
Nutzen daraus ziehen
Die Sanierung der Tanks ist für beide Unternehmen eine Erfolgsgeschichte, die sowohl AFS als auch YNCORIS fortsetzen möchten. Nachfolgende Arbeiten stehen an. „Wir werden eine Lagerhalle und ein Pumpenfeld wieder auf Stand bringen“, erklärt Wolf. Aus dem Projekt sind weitere Anfragen entstanden, die an verschiedene Gewerke innerhalb von YNCORIS gehen. Eine Zusammenarbeit bei den Themen Brandmeldesystem und R&I (Rohrleitungs- und Instrumentenfließschemata) ist denkbar. AFS plant außerdem, das Tanklager in Zukunft aus dem Sicherheitsbereich auszugliedern.
Hauptansprechpartner wird Wolf bleiben: Seine Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr und die eingespielte Zusammenarbeit mit dem Team von AFS prädestinieren ihn dafür. Damit halten er und Lilje sowie alle anderen Kollegen im Außenbetrieb Verbindung mit dem Kunden und verknüpfen dessen Bedarfe mit den Leistungen aller Gewerke von YNCORIS.



Erste Keimzelle
… für den Auftrag zur Sanierung der beiden Tanks waren Wartungsarbeiten durch YNCORIS bei AFS (Aviation Fuel Services). Die Prüfung von Sicherheitsventilen 2023 lief einwandfrei. Fabian Worms, AST YNCORIS, war vor Ort und machte im Gespräch das Leistungsportfolio von YNCORIS bekannt.
Eine Prise Adrenalin
„Die Zusammenarbeit lief so reibungslos und perfekt, dass ich mir eines Abends einen Scherz erlaubt habe“, erzählt Grabe. An einem Freitag um 19 Uhr rief er Wolf an, um ihm zu sagen, dass laut Flughafensicherung das Gerüst nun doch zwei Meter zu hoch gebaut sei und er sofort etwas unternehmen müsse, damit der Flugverkehr nicht gestört werde. Im ersten Moment war der Schreck bei Wolf groß, doch ihm dämmerte schnell, dass das nicht sein konnte. „Wir hatten den 3D-Scan gemacht und die Höhe des Gerüsts gründlich gecheckt. Nach kurzem Nachdenken war ich mir sicher, dass da nichts schiefgegangen sein konnte.“
Bis heute brechen die beiden in Gelächter aus, wenn sie an den Anruf denken.