Ob beim Anmischen von Pulvern, beim Schneiden, Sägen oder Saubermachen – häufig entsteht dabei Staub. Die winzig kleinen Partikel, die sich in der Luft verteilen, nehmen uns die Sicht und verursachen häufig Niesen oder Hustenreiz. Doch damit nicht genug. Verschiedene Stäube können über die Atemwege bis zu den Lungenbläschen, den Alveolen gelangen.
Um Mitarbeiter vor Staub zu schützen, hat der Gesetzgeber die TRGS 504 entwickelt. Sie konkretisiert die allgemeinen Anforderungen der Gefahrstoffverordnung bei Tätigkeiten mit Exposition gegenüber A- und E-Staub. Danach müssen Sie als Arbeitgeber ermitteln, ob und in welchem Umfang Ihre Mitarbeiter durch Stäube gefährdet sein könnten. In der aktuellen Version ist sie bereits seit 2016 in Kraft, Ende des Jahres läuft nun die Übergangsregelung für A-Stäube aus. Doch was sind A- und E-Stäube und was bedeutet das für Unternehmen konkret?

Als E-Staub bezeichnet man den Massenanteil an Staub, den wir einatmen können. Unter A-Staub (alveolengängiger Staub) versteht man den Massenanteil des Staubs, dessen Partikel so klein sind, dass sie darüber hinaus die Alveolen erreichen. Sie werden also nicht durch die Luftröhre oder die Bronchien herausgefiltert. Die in der TRGS 504 definierten Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) sollen verhindern, dass die Funktion der Atmungsorgane Ihrer Mitarbeiter infolge einer allgemeinen Staubwirkung beeinträchtigt wird.

Das ändert sich zum 31.12.2018

Während der AGW für den E-Staub wie bisher bei 10 mg/m3 liegt, hat der Gesetzgeber schon 2014 beschlossen, den Grenzwert von A-Staub deutlich abzusenken und zwar von 3,0 auf 1,25 mg/m3. Für diesen Grenzwert gilt jedoch unter bestimmten Voraussetzungen bis zum 31.12.2018 eine Übergangsregelung, in der der "alte" Wert von 3,0 weiter gültig bleibt. Doch auch diese Phase ist in rund neun Monaten vorbei. Grund genug, das Staubungsverhalten der von Ihnen eingesetzten Stoffe noch einmal kritisch unter die Lupe zu nehmen.

Was sollten Sie unternehmen?

Für Sie als Arbeitgeber bedeutet das, dass Sie Ihre bereits bestehenden Gefährdungsbeurteilungen überprüfen müssen. Sollten Sie den neuen Grenzwert nicht einhalten können, müssen Sie weitere Maßnahmen ergreifen, die die Staubexposition mindern. Denken Sie außerdem daran, einatembare oder alveolengängige Stäube in Ihr Gefahrenstoffverzeichnis aufzunehmen. Dabei sollten Sie nicht nur das Staubungsverhalten bei der Be- oder Verarbeitung berücksichtigen, sondern auch bei der Reinigung oder dem Rückbau von Anlagen.

Sollten Sie Ihre Mitarbeiter aufgrund des niedrigeren Grenzwertes durch intensivere Maßnahmen schützen müssen, halten Sie dies in der Gefährdungsbeurteilung fest. Bei den Schutzmaßnahmen gilt wie auch sonst im Arbeitsschutz das STOP-Prinzip: Substitution, technische, organisatorische und persönlichen Schutzmaßnahmen. Im Bereich Substitution könnten Sie Stoffe durch staubärmere Materialien ersetzen. Technische Schutzmaßnahmen wären zum Beispiel Absaugungen oder gekapselte Maschinen. Hinzu kommen organisatorische Schutzmaßnahmen, wie die bauliche Trennung von Räumen mit unterschiedlicher Staubbelastung. Das Tragen von Atemschutzmasken gehört dagegen in den Bereich der persönlichen Schutzmaßnahmen.

Wie das Staubverhalten feststellen?

Im ersten Schritt lohnt sich der Blick auf das erweiterte Sicherheitsdatenblatt, die Expositionsszenarien oder auf andere Hinweise der Hersteller. Denn hier erhalten Sie häufig auch Angaben zum Staubungsverhalten. Wenn Sie dort keine Informationen finden, sollten Sie die Konzentrationen in der Atemluft in Versuchen messen. So können Sie am genauesten ermitteln, ob und in welchem Umfang Ihre Mitarbeiter durch Stäube gefährdet sind.